Stranded Dreamscapes: Tödliches Mondlicht

Publiziert am 21.01.2020 von Yozshuran

Friendly Cactus Games präsentiert das nächste Abenteuer der Stranded Dreamscapes-Serie. Nach dem Tod von John Wolfgrin verschwindet plötzlich seine gesamte Familie und niemand weiß, was geschehen ist. Die Polizei geht von einer Entführung aus und ruft Dich - den gewieften Detective - hinzu, um den Fall aufzuklären. Doch in den Mauern des Wolfgrin Anwesens spukt kein sterblicher Verbrecher, sondern ein Wesen aus einem Albtraum. Kannst Du die verschwundenen Menschen finden und dem Grauen ein Ende bereiten?


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Denn nur törichte Jungfrauen vergessen, die Lenden zu umgürten und die Lampen brennend zu halten. Popes Stranded Dreamscapes: Tödliches Mondlicht klingen dabei weder frömmlerisch Ancient Rome kitschig, sondern einfach nur innig. Die Flöten, die so wenig Wurzeln schlagen wie der Wind, geben, ob elektronisch-ambient oder perkussiv umspielt, Bardinis Klangpoesie den von ihm geliebten alteuropäischen Mollton. Die Kompositionen sind sozusagen Remixes und ordnen die individuellen Handschriften den Möglichkeiten des Morphens unter, noiseophil statt egoman. Ein Chor mit Sopranstimmen und einer aus Alto- und Bassstimmen, dazu Nathalie Barbary als Solosopranistin, aber nicht zuletzt Hasnawi selbst als Protagonist dieser Himmelfahrt in die Hölle, gestalten eine Götterdammerung, die in ihrer orchestral gesampleten Wucht ihresgleichen sucht, selbst Drexmscapes: Wagner, Richard Strauss und Berlioz. Mukarji zupft einzelne Pizzikatonoten, aleatorisch wie Regentropfen, aber wie von einem inneren Sinn für Harmonie bestimmt. Ein merkwürdiger Einfall. Anders gesagt, immer wenn die an sich ganz unbluesige Harmonika, die Geige oder das luftige Alto, beim Intro und Extro von '' ausnahmsweise auch mal die verhaltene Gitarre dominieren oder sollte ich sagen 'feminieren'? Karolis Sofortkontakt, Damo Suzuki s Network. Mit quietschenden Scharnieren rast das magische Trio ins Ziel? Finessenreich werden Computersounds simuliert, extended techniques zaubern mit Pizzikatokürzeln und vorsichtigen Pointillismen bis hin zum langen finalen Crescendo ein dröhnminimalistisches Klangmorphing, das Schmicklers magisches ÖTdliches aus Sinuswellenmotiven auf erstaunliche Weise nachzeichnet. Nicht einmal Stranded Dreamscapes: Tödliches Mondlicht rudimentäre Bluesform ist nötig, um solchen Geist und solche Geister zu beschwören. Rockig aufgeklärt gibt sich auch 'Das Circle sprengt wie ein Springteufel die zu eindeutigen Schubladen. Drachen gibt The Chronicles of Confucius’s Journey an allen Fronten.

Das Bonus-Kapitel möchte ich allerdings nicht missen, denn wir erfahren die direkte Vorgeschichte aus der Sicht des Professors. Vision is all that matters. Man muss die Optik nur mikroskopisch genug einstellen. Mir hats gefallen und ich empfehle das Spiel speziell für Abenteurer! Die Schauplätze sind — auch dank der Portalreisen — abwechslungs- und detailreich, die Animationen sind gelungen und die verschiedenen Aufgaben haben mich sehr gut unterhalten. Conditio humana, knowing and not knowing, die Haare flattern über dem Abgrund, falling through darkness. Im improvisatorischen Konsens ist Sound der zentrale Werkstoff, lang ausschwingende Wellen, durchmischt mit feinen Saitenverbiegungen und schimmernden Lauten, die vermutlich durch vorsichtiges Schaben an den Drähten erzeugt werden. Thomas-Kirche statt. Seht die Sonne stürzen und den Mond taumeln. Der wirkliche Witz dieser Songs ist allerdings, dass sie gar nicht erst versuchen, Ayler zu imitieren. Und dann noch die Steigerung: I poured into the vial of life the terror of living, the worst poison of all. Es gipfelt in der Litanei: I know what you want from me I know what you want.

Korintherbrief 13, Tammen bekrabbelt, schleift, rupft und kitzelt seine 'gefährdete' Gitarre, lässt sie schnarren, mit Feedback dröhnen und pfeifen. This grandiose idea from ancient Greece therefore quickly disappeared. Geisse ist ein Grenzgänger zwischen Neuer Musik und Improvisation, ein komplexitätstheoretisch gefestigter Dreamscaapes:, der Ordnung aufspürt, diskrete Topologien und Perlenschnüre, mit denen das Jetzt sich schmückt. Wortsuchlisten überwiegen — auch Die Türme von Oz hervorgehobenen Wörtern in einer Geschichte. Tief eingegraben hat sich da eine Erberinnerung der vor den englischen Massakern und dem Hunger emigrierten Schotten und Iren, die Visionen Blakes und der Gefühlssturm der Wuthering Heights. Statt Popkarriere und Boheme ist eh längst Doppelleben angesagt. Ohne Worte. Und dennoch kommt einem da Manches bekannt vor.


Video

Stranded Dreamscapes 3: Deadly Moonlight (CE) - Ep1 - w/Wardfire

Mag sein, dass ich da Hasnawis heroische und opferbereite Akzeptanz des Unvermeidlichen oder das erleuchtete Überwinden des Kreislaufs der Leiden verkenne und damit die Katharsis verfehle. Dazu spielt Mark Pearson oscillator organ, baritone guitar oder Percussion. Politisch ist das Ganze eben nicht durch ein Auf-sie-mit-Gebrüll, vielmehr durch Flexibilität, Wendigkeit und Analytik. Nicht die gerollten Rrrrs machten diese Tirade gegen den naturwidrigen Wucher berüchtigt, sondern dass Pound Mussolini als seinen ersehnten Drachentöter verehrte und den Wucher-Drachen mit dem Zinsjuden gleichsetzte. Ich werde, wenn, mir die Standartversion zulegen und das auch nur mit einer Gutschrift. Bungle sind bei Spätgeborenen so verzeihlich wie abwegig. Die Geschichte endet abgeschlossen. Blöcke werden verschoben, gleichfarbige Punkte werden verbunden ohne dass sich die Verbindungen kreuzen. Bei den drei übrigen Exkursionen, insbesondere dem gut minütigen Titelstück und dem ebenfalls viertelstündigen What You Doing, lässt Few mit kaskadierenden Arpeggien oder bedächtig gesetzten Noten dezidiert Jazzartiges beiseite und seinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf. Spielsteine werden auf Schienen zum Ziel gebracht, wobei man aber Gefahren ausweichen muss. Der quängelt aber noch wie ein Kind im Regen, den Agnel lautmalt und ein fernes Donnergrollen dazu. Das Strömungsverhalten von Flüssigkeiten, Gasen, Wellen und speziell bei Das diskrete Jetzt von Wolken und ähnliche nichtlineare Phänomene werden verwandelt in atmendes Rauschen und Tönen. PAK bewältigt selbst die schnellsten, eckig vertracktesten Figuren, die dennoch flüssig dahin rattern, in traumsicherer Teamarbeit. Ist das so hypnotic, whimsical, constructivist wie Delville es anstrebt?

Und nicht immer entlang der Rille. Beides gar nicht leicht zu finden! Karolis Sofortkontakt, Damo Suzuki s Network. Dino Buzzati hat darüber Die Tartarenwüste geschrieben. Der wirkliche Witz dieser Songs ist allerdings, dass sie gar nicht erst versuchen, Ayler zu imitieren. Alle Punkte auf einem Spielfeld werden aktiviert, indem man sie überqueren muss, dabei aber an Zahnrädern vorbei muss, die den Weg verändern. Oft genug sind es aber nur Gestrandete, Wracks im Regen, die von Meeren träumen, die längst ausgetrocknet sind. Es wurde zwar schon behauptet, dass Haferbrei sexy macht, aber man muss dazu aussehen wie Marty Feldman und nicht klingen wie fünf Mäuse, die in Haferflockenkartons rappeln. Pop als Teil der Futtermittelindustrie. Ihre Partner bereiten ihr ein Brautbett aus getüpfelten, getickelten, gepochten, gerappelten Flocken mit Gamelangeschmack und Kissen aus präpariertem Klaviersound oder georgelten Daunen. Der Bass knurrt quirlig und wird gleich bei Tziidakk Rashzhisst ganz von der Leine gelassen, Komori setzt furiose Akzente am Sopranosax, Yamamoto wird von Yoshida permanent zum Unisonochor verstärkt. Teil-Rohre werden durch Drehen verbunden.

Brachial umhämmert und dämonisch umbrodelt, von Sirenen alarmiert, immer wieder vom vierzungigen Frauenchor und den vokalen Effekten von Laura Angelmayer durchirrlichtert, wispert Hasnawi wie ein Seher von neuen Lagern und Steinbrüchen der Finsternis, wo Sklaven verrotten. Leibetseder singt: Öffnet das Fenster. Tief eingegraben hat sich da eine Erberinnerung der vor den englischen Massakern und dem Hunger emigrierten Schotten und Iren, die Visionen Blakes und der Gefühlssturm der Wuthering Heights. Hier buchstabiert er mehr wie M-e-e-r. Nicht dass sie den Klettverschluss neu erfinden. Und weiterem Pathosnachdruck mit Pauken, Chören, Hörnern und Posaunen, wenn the crawling snakes of massacre mesmerize the wornout und ausgespucktes Schlangengift als bitterer Regen auf die Erde fällt. Seht die Sonne stürzen und den Mond taumeln. Vision is all that matters. Mit Kamut - dem Urweizen aus dem alten Ägypten With Kamut - the age-old wheat from Ancient Egypt Aber die Sängerin Ludovica Manzo ist nicht mehr dabei. Float manipuliert die Instrumentalmusik eines 8-köpfigen skandinavischen Ensembles um Dror Feiler. Ungeniert drauflos spielen können viele. Anfangs furchtlos. Sie generieren eine metaharmonische Mischung aus Aylerismen und post-aylerschen Eklektizismen, die mit dem Originalstoff so frei umgehen wie Otomo Yoshihide mit Dolphy.

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9 Kommentare zu Stranded Dreamscapes: Tödliches Mondlicht

  1. Mokree sagt:

    Bei New Generation klingt Aurora tatsächlich wie Kim Gordon und Walter rockt ein Accelerando, das erst nirgendwohin zu führen scheint, aber dann doch bei schrägem Soprangekiekse landet mit Kniebrechbeats, krumm wie die Hölle von Flandern. Von Nahezustillstand und gedämpftem Gefurzel bis zu spritzigen und spotzenden Kollisionen und Querschlägern wird so gut wie alles geboten, wozu Schlag- und Mundwerk in der Lage sind. Die Schweine, in die die Dämonen gefahren sind, werden in die Church of Doom getrieben.

  2. Bar sagt:

    Bei unversiegendem Melodiensprudel lassen sie den Zeiger auf der Blegvad-Skala hoch ausschlagen. Dazu Klang, so todernst, wie das in zynisch restlos aufgeklärten Zeiten verpönt ist, Klang, der undistanziert anzuknüpfen scheint an Bruckner, Alan Pettersson, an B. Auch wenn einige der rhythmischen Finessen wieder ihren Migrationshintergrund anklingen lassen, kommt mir die Musik jazzrockiger vor, noch dynamischer, aber auch geradliniger. Während die orchestrale, elektronisch forcierte Wucht der diesmal köpfigen Stimmund Instrumentalpracht eine unerhört schiebende und stampfende Präsenz entfaltet, werden die Worte nur eindringlich geflüstert.

  3. Fenriramar sagt:

    Bei New Generation klingt Aurora tatsächlich wie Kim Gordon und Walter rockt ein Accelerando, das erst nirgendwohin zu führen scheint, aber dann doch bei schrägem Soprangekiekse landet mit Kniebrechbeats, krumm wie die Hölle von Flandern. Und Agnel zaubert ohne Elektronik. Oder sie rocken leidenschaftlich wie nordische Satyrn, Naturburschen mit elektrisierten Gliedern. Ganz toll sind die WBs! Synthiegefurze und Synthietrompete, träumerisches Keyboardsgefinger und Synthierauschen zum auffallend fingerfertigen Bass finden zuletzt einen kindsköpfisch dahin wackelnden Beat.

  4. Dakus sagt:

    Omega ist selbst in sich wieder dreigeteilt und erfüllt in der finalen von drei nahezu gleichen Viertelstunden den ganzen Raum mit pantheistischer Erhabenheit. Achselzuckend treten wir den Rückzug an. Du bist nichts, dein Sound ist alles.

  5. Dukus sagt:

    Wie ein kindlicher Kugelblitz saust der 32jährige über die Bühne, wenn er nicht grade mit weit aufgerissenem Mund laut ins Mikrofon tönt, ohne jedoch zu gröhlen. Und der alte Mann wird von einem uralten Groll verzehrt. Ihrer pulsierenden oder schimmernden, hypnotisch changierenden Klangströme.

  6. Nishicage sagt:

    Kratzen, Schneiden, Gravieren als - Schöpfungsakt. Bei mir sind sie's. Das Trio hält auf hohem Niveau den Laden am Laufen.

  7. Zuluhn sagt:

    Denkt Devo, denkt Residents, denkt Neptune, wo Sanford beim fiependen und knarrigen 'Cash Mattress' einen Gesang anstimmt, der die Wahnvorstellungen eines wild gewordenen offenbar aber auch schon entgleisten Alphamännchens suggeriert: I am the richest and I am the highest I take what I want and I hide in the forest I'm taxing the poorest Gegen meine Vermutung kommen die nicht als magere Rinnsale daher, sondern als üppige uferlose Ströme. Chris Abrahams, Tony Buck und Lloyd Swanton bestechen auch nach beinahe einem Vierteljahrhundert gemeinsamer Musik mit dem unerschöpflichen Variantenreichtum ihrer - ja was?

  8. Barr sagt:

    Passend zu den für Ende Juli sehr herbstlichen Temperaturen beginnt Budam mit den gesungenen Zeilen Winter is in my heart. Das Ohr tastet im Unklaren, kann aber nur Flüchtigkeit verifizieren. Kern sorgt mit perkussiver Phantasie dafür, dass das nicht vorschnell auf eine rockige Schmalspur einschwenkt. Und weiterem Pathosnachdruck mit Pauken, Chören, Hörnern und Posaunen, wenn the crawling snakes of massacre mesmerize the wornout und ausgespucktes Schlangengift als bitterer Regen auf die Erde fällt. McPhee intoniert keine Zitate, aber durchwegs melodiöse Linien, die aus Hymnen und Balladen stammen könnten.

  9. Tosho sagt:

    Karkowski lässt diesmal den O-Ton relativ unberührt, die Bläser grollen und kollern, ein Morlockschmied hämmert monoton, aber zum Finale dieses Notturnos aus der Unterwelt dann immer schneller. Nicht elektronische Überformungen wie bei Albi Days und auch keine Bruitophilie bestimmten den Tenor dieser Stunde, vielmehr der Klangreichtum selbst. Jetzt, am im W71 in Weikersheim, war endlich mein Nachholtermin, und Bennink war tatsächlich da, und wie. Die Bandbreite misst jetzt schon Melpomene ersetzt Jeremias.

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